VON JESSICA NARLOCH – zuletzt akt
ualisiert: 13.01.2012 – 14:59
Duisburg (RPO). Am Freitag trafen die ersten Hundewelpen bei Zoo Zajac ein, unter ihnen auch fünf sogenannte „Labradoodle“. Die Züchter des Labrador-Königspudel-Mixes wurden von den Tierärztinnen des Fachgeschäfts im Internet kontaktiert.
Am Freitag zogen die ersten Hundewelpen bei Zoo Zajac ein – in die Quarantänestation wohlgemerkt, wo sie die nächsten sieben Tage unter Beobachtung der drei Tierärztinnen stehen werden.
Erst dann geht es für sie in die neue Behausung mit Fußbodenheizung und Klimaanlage – so lange, bis sie einen neuen Besitzer gefunden haben. Fünf der Neuankömmlinge stammen aus der Zucht von Barbara Fehr und Helmut Frericks. Sie brachten am Freitag die drei Monate alten „Labradoodle“ aus Südlohn-Oeding selbst nach Duisburg.
Für die Hobbyzüchter ist es das erste Mal, dass sie ihre Tiere über einen Zwischenhändler – in diesem Fall Zoo Zajac – abgeben. „Normalerweise verkaufen wir nur an Privatpersonen. Wir haben eine eigene Internetseite. Die Interessenten kommen dann auf uns zu“, erklärt Barbara Fehr.
Der Kontakt mit dem Zoogeschäft kam zustande, weil sich die Tierärztinnen von Zoo Zajac bei den beiden meldeten. „Bei uns sind die verschiedenen Abteilungen für den Ankauf selbst verantwortlich. Da der Hundeverkauf jetzt erst neu anläuft, habe ich noch ein Auge drauf, aber im Grunde genommen kümmern sich die Mitarbeiter darum“, so Norbert Zajac.
Dr. Eva Egloff war über das Internet auf Barbara Fehr und Helmut Frericks aufmerksam geworden und hat sie kontaktiert. „Wir sind rausgefahren zu den Züchtern und haben uns die Situation vor Ort und die Elterntiere angesehen“, erläutert die Tierärztin das Prozedere. Bedenken wegen des enormen Widerstandes von Tierschutzorganisationen gegen den Welpenverkauf bei Zajac hatten die Frericks nicht. „Ob wir und die Tiere Vorteile dadurch haben werden, können wir jetzt noch nicht sagen. Wir probieren es einfach mal aus und sehen dann, ob sich der Kontakt festigen wird“, so Barbara Fehr.
Sorgen macht sie sich um die Tiere keine. „Wir haben im Vorfeld Gespräche mit den Verantwortlichen geführt und haben keine Bedenken. Zudem werden wir uns darüber auf dem Laufenden halten, ob und wie viele Tiere schon verkauft worden sind, wenn es soweit ist“, ergänzt Helmut Frericks.
Finanziell haben die Hobbyzüchter keinen Vorteil von der Kooperation.
Im Gegenteil: „Wir bekommen hier nicht so viel Geld, wie wenn wir sie an Privatleute verkaufen würden. Aber wir laufen auch keine Gefahr, dass wir einen Welpen nicht verkaufen können und dieser dann immer größer wird und keinen neuen Besitzer findet. Bei Zoo Zajac gibt es einfach eine größere Plattform“, argumentiert Helmut Frericks.
Bis Züchter oder Privatpersonen von alleine auf Zoo Zajak zukommen und ihre Welpen anbieten, werden die Mitarbeiter und das Tierärzteteam um Dr. Eva Egloff, Dr. Theresa Mausberg und Ilona Weiss weiterhin Züchter kontaktieren und diese auch überprüfen.
Meine Meinung: So unterstützt man nicht nur Hobby Züchter und viel vermehre, sondern auch die schwarzen Schaffe in der Hundezucht. Wo wird man wohl am besten das Herz erobern ? Richtig schau mal mama, die haben süße Hundewelpen bitte bitte den da möchte ich haben. Denke das ist unter aller würde, richtige Züchter würden außerdem Ihre Hunde selber vermitteln und nicht hinter Glas bei Zajac ausstellen. Hätte noch verstanden wenn man eine Tierheim/Tierschutz Aktion gemacht hätte Hunde die echt dringend ein Zuhause suchen und somit nützlich Unterstützung geboten wird (ohne Gewinn).
Also Lieber Herr Zacjac trotz Fußbodenheizung und Klimaanlage glaub das ist doch ein Stück zu weit und hoffe die ersten Proteste vor Ihren Laden werden sich häufen. Ab wann gibt es denn bald Elefant, Lama und Co. bei Ihnen zu Kaufen ? Wer garantiert den den Hunden genug ruhe und Rückzug ? Wie kommen die Hunde Täglich wie es sein sollte raus oder gibt es ein Hundeklo im Zwinger ? Ist ja dann fast so wie bei einige Laborhunde dann, auf engen Raum steril die Hunde halten.
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Gastbeitrag: Besuch bei Zoo Zajac
Veröffentlicht von Inka Burow um 11:46 in Tierschutz
Der nach eigenen Angaben weltgrößte Zoofachhändler, Zoo Zajac in Duisburg, plant den Handel mit Hundewelpen. Die Hundetrainerin und Verhaltensberaterin Melanie Schneider aus Herten hat sich vor Ort umgesehen. Hier ist ihr Bericht:
Das Ding scheint absolut wasserdicht zu sein. Wir Tierschützer können uns, glaub‘ ich, auf den Kopf stellen, aber daran, dass ab August oder September der Verkauf von Welpen bei Zoo Zajac in Duisburg starten wird, führt wohl kein Weg mehr vorbei.
Geschäftsführer Norbert Zajac sagte, dass er davon ausgehe, im ersten Jahr rund 1000 Welpen zu jeweils rund 1000 Euro zu verkaufen. Das macht schon allein 159.663,87 Euro Umsatzsteuer. Warum sollten die Behörden der Stadt Duisburg etwas dagegen haben? Der Typ hat einen hohen wirtschaftlichen Einfluss. Nachbarstädte wie Oberhausen stünden Schlange und hätten gern, dass er samt der Tiere ins Centro Oberhausen umzieht, sagte er uns. Er hat das Ganze auch sehr geschickt eingefädelt. Statt zum Veterinäramt zu gehen, und zu sagen, ich will Welpen verkaufen, was muss ich für Auflagen erfüllen, lässt er lieber die Kollegen vom Veterinäramt arbeiten, indem die nämlich jetzt seinen Plan projektieren. Er erfüllt die Punkte und ist somit auf der rechtlich sicheren Seite.
Wir durften einen Blick in die neue Anlage werfen, die jetzt noch im Rohbau steht. Es wird neun Zwinger geben. Jeder Zwinger hat eine Größe von rund 35 Quadratmetern. Unterteilt in einem Innen- und Außenbereich, der den Hunden bei gutem Wetter zu Verfügung steht. In jeden Zwinger soll ein Wurf rein. Somit geht er davon aus, dass er gleichzeitig an die 80 bis 100 Welpen da hat. Auf meine Frage, wie viel Leute sich um die Welpen kümmern, ist er etwas ausgewichen und konnte mir das nicht genau beantworten.
Zwei Tierärzte sollen sich um den medizinischen Eingangscheck der Tiere kümmern (Herz abhören, Augenkontrolle, Ohrenkontrolle usw.). Die Welpen müssen dann für eine Woche in Quarantäne; erst dann dürfen sie in den Verkauf. Eine Tierärztin, Frau Weiss, habe ich persönlich kennengelernt. Eine zweite habe ich nicht gesehen. Der Welpenbereich wird dann also gerade mal 315 Quadratmeter groß. Das heißt, jeder Welpe hat nur etwa 3,15 bis 3,93 Quadratmeter zur Verfügung. Und das auch nur bei gutem Wetter, wenn der Außenbereich zur Verfügung steht.
Die Hunde möchte er übrigens über Ausschreibungen im Laden und über die Zeitung ausfindig machen. Gerade über die Zeitung werden aus meiner Sicht unheimlich viele Welpen angeboten, die von Massenzuchtanlagen, zum Beispiel aus Osteuropa, illegal hier nach Deutschland gebracht werden. Auf meine Frage, ob er garantieren kann, dass er solche Hunde nicht anbietet, hat er diese verneint, und sagte, dass er bestimmt dem einen oder anderen mal auf den Leim gehen werde, und dass er nicht ganz ausschließen könne, dass er auf solche Händler mal reinfällt.
Das wäre für Herrn Zajac allerdings schlecht, denn soweit ich weiß, ist es laut Tierschutzgesetz verboten, mit Hunden aus Massenzuchten zu handeln. Und wenn die Tiere illegal nach Deutschland kommen, macht man sich schließlich auch strafbar.
Geradezu lächerlich war seine Antwort auf die Frage, was er mit den Hunden macht, die sich nicht verkaufen lassen. Er gehe davon aus, dass kein Welpe länger als eine Woche da sein wird. Bei den Katzen hätte er ähnliche Erfahrungen gemacht.
Das kommt dann allerdings nicht so ganz mit seiner Aussage hin, nach der er ja davon ausgeht, dass er pro Jahr rund 1000 Welpen verkauft. Wenn er, wie angegeben, durchschnittlich 80 bis 100 Welpen vorrätig hat, heißt das ja, dass er diese 80 bis 100 Welpen pro Woche verkaufen würde, denn „leere Regale“ kann sich Familie Zajac sicher nicht leisten. Demnach würde das bedeuten, dass er pro Jahr 3840 bis 4800 Welpen verkauft. Was ist also mit den restlichen 1840 bis 2800 Hunden? Hat sich Herr Zajac, der Unternehmer des Jahres 2010, etwa verkalkuliert oder verrechnet? Und wenn mal der eine oder andere Hund, so Zajac, sich nicht verkaufen lässt, dann ist es aus seiner Sicht immer nur eine Frage des Preises.
Welpen haben aber auf dem Wühltisch nichts zu suchen. Das verleitet die Menschen nämlich nur dazu, etwas zu kaufen, was sie unter Umständen eigentlich gar nicht wollen. Wenn mir das mit einer reduzierten Jeanshose passiert, ist das nicht weiter schlimm. Mit einem Welpen allerdings schon.
Ich habe ihn auch mit der Frage konfrontiert, dass es im Internet Aussagen von Außendienstmitarbeitern gibt, die berichten, dass Tiere „erlöst“ und „entsorgt“ werden. Dazu sagte er, dass es natürlich schon Einzelfälle von Einschläferungen aus krankheitsbedingten Gründen gegeben habe. Ob die angestellte Tierärztin von Norbert Zajac dafür zuständig ist, weiß ich leider nicht.
Meine Kritikpunkte:
Jeder, der mal einen Welpen aufgezogen hat, weiß, wie schwierig die Balance ist, den Hund auf der einen Seite zu fördern, auf der anderen Seite aber auch nicht zu überfordern. Folgen der Unterforderung einer isolierten oder immer gleichen Umgebung können Deprivationsschäden sein. Folgen der Überforderung kann Stress sein, der dazu führt, dass die Welpen ein schwaches Nervenkostüm bekommen. Weitere Folgen von Stress können Angst, Aggressivität, Allergien usw. sein, um hier nur ein paar Stichwörter aufzuzählen. Dazu ein Literatur-Tipp: „Stress bei Hunden“, erschienen im Animal Learn Verlag.
Es stellt sich also die Frage, ob ein Zooladen dem überhaupt gerecht werden kann.
Eine Woche Quarantäne (isoliert in einer sehr wichtigen Lebensphase)
Leben auf engem Raum
Keine feste Bezugspersonen, wechselndes Personal
Und was passiert nach Ladenschluss?
10.000 Besucher alleine am Wochenende, dadurch große Lärmbelästigung und viel Hektik und Stress
Wenig Kontakt zum Menschen
Kein Kontakt zur Außenwelt, in der er später schließlich leben soll
Mein Fazit:
Es gibt so viele, ganz tolle Hunde, die in Deutschland in Tierheimen, privaten Tierschutzorganisationen oder in privaten Pflegestellen sitzen, und darauf warten von dir adoptiert zu werden. Es gibt so großartige, individuelle Mischlinge und Rassehunde. Fast zu jeder Hunderasse gibt es eine Organisation, die sich um die Vermittlung der in Not geratenen Tiere kümmert.
Und eins muss auch noch klar gesagt werden: Nicht jeder Hund im Tierschutz ist verhaltensauffällig. Viele Hunde kommen völlig unverschuldet ins Tierheim, weil ihre Besitzer gestorben sind, weil sie sich getrennt haben, weil sie das Pech gehabt haben, an den falschen Menschen geraten zu sein.
Oder geht zu einem wirklich guten, verantwortungsvollen Züchter. Und wenn ihr jetzt glaubt, dass der teurer sein wird, liegt ihr falsch. Nobert Zajac hat uns nämlich ganz stolz erzählt, dass er seine Rassekatzen teurer verkauft als ein Züchter. Und das sogar ohne Papiere.
Man sieht nur mit dem Herzen gut, heißt es in dem Buch „Der kleine Prinz“. Lassen euch also nicht blenden von sauberen und modernen Zwingeranlagen, von Tierärzten, die einen Gesundheits-Ausgangscheck anpreisen und sogar zwei Jahre Garantie auf einen Welpen anbieten, denn das ist alles andere als ein guter Start ins Leben.
Das hat kein Hund verdient! Und wo wir schon mal bei dem Thema sind: ALLE anderen Tiere übrigens auch nicht.
Die Diskussionen um den geplanten Hundewelpenverkauf von Zoo Zajac reißen nicht ab. Jetzt meldete sich der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), der als Dachorganisation bundesweit 176 Mitgliedsvereine mit mehr als 650 000 Mitgliedern repräsentiert, zu Wort.
Professor Dr. Peter Friedrich, Präsident des VDH, kritisiert das Vorhaben: „Norbert Zajac, der im letzten Jahr vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft zum Unternehmer des Jahres gekürt wurde, setzt sich über die Beschränkung seiner Kollegen hinweg und zwar mit Kalkül: Auf Kosten der Jungtiere sollen Menschen ins Geschäft gelockt und deren Verweildauer erhöht werden. Zudem werden die ‚süßen‘ und ‚niedlichen‘ Welpen selbst zu einem schnellen Umsatzposten. Viel zu oft aber wird dann nach dem ersten Impuls entschieden. Doch schon jetzt landen viele Tiere in den Tierheimen, weil sie unüberlegt angeschafft wurden, sich dann vielleicht als lästig erweisen oder den Halter überfordern. Auch diese Zahl wird Zoo Zajac steigern.“
Mit seiner Kritik steht der VDH-Präsident nicht allein. Diverse Tierschutzorganisationen haben sich bereits gegen den Verkauf von Hundewelpen ausgesprochen.
Doch nicht nur Züchter und Tierschützer verurteilen das Projekt. Auch Geschäftspartner von Zoo Zajac wenden sich gegen das Vorhaben. Erste Konsequenzen hat das bayerische Familienunternehmen Interquell, das mit seiner Marke Happy Dog zu den führenden deutschen Futtermittelherstellern gehört, gezogen. Es wird die Geschäftsbeziehungen zum Unternehmen Zoo Zajac einstellen, wie Interquell-Verkaufsleiter Andreas Theisen mitteilt: „Wir werden bis zur zwölften Kalenderwoche Mitarbeiter rausschicken und unsere Präsentation bei Zoo Zajac abbauen. Wir haben eine andere Einstellung als Zoo Zajac. Für uns ist der Hund ein wertvolles Familienmitglied. Insofern schließen wir uns der Argumentation des VDH an.“
Ob sich andere Unternehmer ähnlich verhalten werden, mag Theisen nicht beurteilen: „Wir sind ein Familienunternehmen und da wohl freier in der Entscheidung.“